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Lehrerinnen und Lehrer in Europas größtem Ersatzteilezentrum

Auch in diesem Jahr machten sich Lehrerinnen und Lehrer der Höheren Handelsschule des Hubertus-Schwartz Berufskollegs auf, um sich in der Praxis über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Erkundet werden sollte diesmal zu den Themen Lagerwirtschaft und Logistik. Nach Unterrichtsschluss besuchten sie am 29. Februar 2012 Europas modernstes Logistik- und größtes Ersatzteilezentrum: Das Volkswagen Original Teile Center (OTC) in Baunatal .
Unter der fachkundigen Leitung von Herrn RĂĽppel besichtigten die Kolleginnen und Kollegen das OTC1. Sie erfĂĽhren, dass das Original Teile Center(OTC) ca. 2.400 Beschäftigte und eine Lagerfläche von 500000 m² hat, ĂĽber 430.000 verschiedene Original Teile im Wert von 1 Mrd. € verfĂĽgt und  in 170 Länder der Erde  an GroĂźhändler und Importeure versendet. Dabei wird ein jährlicher Umsatz von 5 Mrd. € erzielt. Herr RĂĽppel wies daraufhin, dass jeder Fahrzeughersteller gesetzlich dazu verpflichtet sei, bis maximal 10 Jahre nach Auslaufen eines Modells Ersatzteile liefern zu können. VW erweitere diese Vorschrift sogar freiwillig auf eine 15 jährige Lieferfähigkeit.

Zunächst besichtigte die Gruppe den Wareneingang. Hier werden von VW selbst hergestellte „Teile 1“ und von ca. 4000 Zulieferbetrieben gefertigte „Teile 2“  in der Regel palettenweise in Einzelverpackungen angeliefert. Diese Paletten werden mit Barcodes versehen und vollautomatisch in ein Hochregellager per Elektropalettenbahn verfrachtet. Dieses Hochregallager ist als sog. chaotisches Lager konzipiert. Die einzigen Regeln fĂĽr den Lagerort bestehen darin, dass schwere Materialien unten und leichtere oben, bzw. Schnellläufer vorne und Langsamläufer hinten einsortiert werden.

Baunatal_700

Soll eine Palette aufgrund eines Kundenauftrags angebrochen oder ganz benötigt werden, entnimmt ein Roboter diese aus ihrem Lagerplatz und transportiert sie in das Kundenkommissionierungslager. Hier werden die Kundenaufträge zusammengestellt und angebrochene Paletten gelagert. Inländische Aufträge werden in blauen standardisierten Boxen zusammengestellt, die nach Eingang beim Kunden wieder zurückgebracht werden. Lediglich Auslandsaufträge werden in Kartons verpackt. Nach der Kommissionierung gelangen die Boxen bzw. Kartons in einen der Warenausgänge. Diese unterscheiden sich nach den Transportmitteln LKW, Bahn, Luftfracht und Schiff.

Nach Herrn RĂĽppel orientiert sich das Logistikkonzept im OTC 1 unter anderem an folgenden Merkmalen:

 

  • Manuelle Transportbewegungen und automatische Fördertechnik laufen entkoppelt.
  • Die Mitarbeiter bestimmen ĂĽber ihren Arbeitsrhythmus.
  • Die Kommissionier- und Fördertechnik senkt die Durchlaufzeiten und reduziert den Wegeanteil.
  • Eine reduzierte Palettenvielfalt vereinfacht die logistischen Betriebsabläufe.
  • Eine Elektropalettenbahn verringert die Abhängigkeit von standardisierten Behältern.
  • Ein automatisches Nachschubsystem sorgt dafĂĽr, dass das Lager ständig mit einem 14-Tages-Bestand bestĂĽckt ist, sodass keine Versorgungsengpässe entstehen.

 

Bereits während der Führung wies Herr Rüppel auf die vollkommene Abhängigkeit von einem funktionierenden Computersystem hin.

Nach ĂĽber zwei Stunden informativer Fortbildung traten die Lehrerinnen und Lehrer dann wieder den Heimweg nach Soest an. Allerdings gespickt mit neuen Erkenntnissen und vielen anschaulichen Beispielen fĂĽr den Unterricht.


MF