IHK verabschiedet erste Europakaufleute
KREIS SOEST âą Internationales Marketing, Zahlungsverkehr im Ausland oder Kenntnisse im Zollrecht: Zum ersten Mal haben zehn Auszubildende vor der IHK Arnsberg die Zusatzqualifikation zum Europakaufmann bzw. Europakauffrau erworben und am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest ihre PrĂŒfungszeugnisse in Empfang genommen.
Zwei Jahre lang haben sich die jungen Menschen wĂ€hrend ihrer Ausbildung zusĂ€tzlich fortgebildet und dabei insgesamt rund 480 Unterrichtsstunden durchlaufen. Das Angebot richtet sich an leistungsstarke Azubis, die eine kaufmĂ€nnische Ausbildung absolvieren und ĂŒber gute fremdsprachliche FĂ€higkeiten verfĂŒgen. Denn Inhalt der Zusatzqualifikation sind neben dem Erwerb von Kenntnissen in internationalen GeschĂ€ftsprozessen auch die Kommunikation und Korrespondenz in zwei Fremdsprachen. Das neue Angebot wird damit den gestiegenen Anforderungen gerecht, mit denen kaufmĂ€nnische Mitarbeiter im Bereich AuĂenhandel zunehmend konfrontiert sind. Dazu gehören unter anderem die Abwicklung von Export- und ImportvorgĂ€ngen, die Absicherung gegen Wechselkursrisiken oder auch Kenntnisse im internationalen Kaufvertragsrecht. Neben dem theoretischen Unterricht können die Auszubildenden wĂ€hrend ihrer Zusatzqualifikation auch fĂŒr ein vierwöchiges Praktikum ins Ausland gehen.
âSie haben in den letzten zwei Jahren viel geleistet", lobte Klaus Bourdick, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Berufsbildung der IHK, âdenn Sie haben neben Ihrer schon anspruchsvollen Ausbildung noch zusĂ€tzlich die Schulbank gedrĂŒckt, PrĂŒfungen erfolgreich gemeistert und in vielen FĂ€llen ein Praktikum im Ausland absolviert. Das ist ein wichtiger Bestandteil dieses Ausbildungskonzeptes, denn die theoretischen Kenntnisse sind eine wichtige Grundlage, die Umsetzung der Theorie in die Praxis stellt eine ganz andere Herausforderung dar.
Das weiĂ jeder, nachdem er seine erste Fahrschulstunde absolviert hat." Das Berufsbildungsgesetz bietet bereits seit 2005 eine Rechtsgrundlage im Rahmen einer dualen Ausbildung bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit im Ausland zu absolvieren. âDiese Möglichkeit sollte noch offensiver genutzt werden, da ein groĂer Teil der Unternehmen mittlerweile bereits selbst im Ausland aktiv ist oder mit auslĂ€ndischen Zulieferern arbeitet", so Bourdick.
Die Initiative fĂŒr die neue Zusatzqualifikation ging vom Hubertus-Schwartz-Berufs-kolleg aus, das bereits im Februar 2008 die Zertifizierung als Europaschule erhielt. âDamit haben wir es uns zum Ziel gesetzt, unsere SchĂŒler zu aktiven EuropabĂŒrgern heranzubilden, die sich durch Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen auszeichnen", sagte Schulleiter Thomas Busch. Dies werde vom Hubertus-Schwartz-Berufskolleg gefördert, indem SchĂŒler zu internationalen Projekten und Betriebspraktika im Ausland ermuntert werden. Seit Sommer 2010 wurden so in Soest die ersten Auszubildenden in zusĂ€tzlichen Unterrichtsstunden auf die IHK-PrĂŒfung Europakauftnann vorbereitet. Auf die frischgebackenen Europakaufleute warten nun neue und interessante TĂ€tigkeitsfelder. Aber auch Unternehmen, die ihren Auszubildenden diese zusĂ€tzliche Fortbildung ermöglichen, profitieren: Sie gewinnen nicht nur leistungsstarke Auszubildende, sondern qualifizierte Mitarbeiter von morgen.
Die Europakaufleute: Silvia Barnhausen (Möhnesee), Katharina Heldt (Soest), Lena Kemper (Menden), Haluk Kes (Werl), Angelina KrĂŒger (Möhnesee), Frederike Kuckelmann (Weher), Tanja Logisch (Soest), Mareike Runtenberg (Lippstadt), Christian Streich (Soest), Maria Weller (Arnsberg).
Soester Anzeiger 5. Juli 2012
















