Erster Austausch mit Ukraine
Hubertus-Schwartz-Kolleg erwartet 15 Jugendliche aus Lwiw (Lemberg).
Sie arbeiten gemeinsam am Thema Globalisierung, um Ängsten zu begegnen.

In Lemberg trafen sich die Soester Berufsschullehrer Ulrich Nettelhoff, Thomas Busch, Martina Schaub und Klaus Tiemann mit ukrainischen Kollegen und stielten den SchĂĽleraustausch ein - rechts im Bild Schulleiterin Larysa Jankowska. Foto: privat
SOEST • Mit dem Hubertus-Schwartz-Berufskolleghat jetzt die erste Schule in der Region enge Kontakte zur Ukraine geknüpft und für September einen Schüleraustausch vorbereitet. Zehn Tage langwerdenJugendliche vom Lyzeum für Management in Lwiw (Lemberg) nach Soest kommen und mit ihren neuen Partnern hier eng am Thema Globalisierung arbeiten.
Schulleiter Thomas Busch war kürzlich mit drei Kollegen in die Ukraine geflogen und hat den Austausch eingestielt, nachdem ein erster Kontakt über eine Internet-Plattform für Schulbegegnungenzustandegekommen war. Beide Seiten gewannen dabei schnell ausgeprägtes Interesse aneinander. Nach dem Treffen mailte die Lemberger Schulleiterin: „Alle unsere Schüler sind außer sich vor Begeisterung."
„Viele Menschen haben Angst vor der Globalisierung", sagt Lehrer Klaus Tiemann. „Deswegen diskutieren wir mit unseren Schülern immer wieder über Chancen und Risiken der zusammenwachsenden Welt" - nicht nur in Sachen Wirtschaft, sondern auch bei Umwelt und Arbeit.
Das Soester Berufskolleg, das sich als Europaschule versteht und seit Jahrzehnten freundschaftliche Verbindungen zu Schulen in mehreren Ländern unterhält, ist bereits emsig mit den Vorbereitungen befasst. Auf einem Podium sollen die Ergebnisse gemeinsamer Schülerarbeit im September präsentiert werden. „Wir sind mit [dem Fernseh-Journalisten und Buchautor) Franz Alt im Gespräch, ob er die Diskussion leitet", sagt Busch. Aber natürlich wollen die Gastgeber den 15 Schülern und zwei Lehrern aus Lemberg auch bei Sport und Ausflügen die Gelegenheitgeben, Land, Leute und Mentalität der Deutschen kennenzulernen.
Weil es das alles nicht zum Nulltarif gibt, die Ukraine zudem nicht auf wirtschaftlichen Rosen gebettet ist und obendrein Fördergelder der Europäischen Union wegen der fehlenden Mitgliedschaft des Staats nicht zu bekommen sind, gehört das Öffnen von Geldquellen und Suchen nach Sponsoren mit zu den Vorbereitungen. Je nach Umfang des Programms werden 12- bis 17000 Euro benötigt.
Sprachschwierigkeiten sind dagegen nicht zu erwarten. Die (meisten) Lemberger Abiturienten sprechen fließend Englisch und Deutsch. Als die Soester Lehrer in der Lemberger Schul-Aula ihre Vorstellungen und Erwartungen des Austausches vor den ukrainischen Schülern ausbreiteten, war kein Dolmetscher nötig.
Soester Anzeiger 22.04.2010
















