SchĂŒler fordern âRespektâ fĂŒr damals wie heute
Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Foyer des Kreishauses
Kreis Soest. Hunderttausende DDR-BĂŒrger skandierten 1989 Woche fĂŒr Woche: "Wir sind das Volk!" Dieser Leitspruch wurde zum Synonym fĂŒr die friedliche Revolution, die vor 30 Jahren zum Fall der Mauer und schlieĂlich zur Wiedervereinigung fĂŒhrte. Welche GefĂŒhle haben Jugendliche, die nicht Zeitzeugen waren, wenn sie sich heute mit Mauerfall und Wiedervereinigung beschĂ€ftigen? Das schilderten wĂ€hrend der Feierstunde zum Einheitstag im Kreishaus SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs.
LandrĂ€tin Eva Irrgang (4. v. l.) und Oberst d. R. Dirk PĂ€lmer (l.), Vorsitzender des IGCS, dankten den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs sowie ihrem Politiklehrer, Dr. Markus Schröder (3. v. l.), fĂŒr ihre BeitrĂ€ge zur Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Kreishaus.
Die gemeinsame Feierstunde des Kreises Soest und des Internationalen Garnisonsclubs Soest (IGCS) zum Tag der Deutschen Einheit fand zum zwölften Mal statt. âWir wĂŒrdigen heute den Mut und Freiheitswillen der Ostdeutschen und lassen dabei junge Menschen sprechen. Es ist uns wichtig zu hören, was sie empfinden und wie sie denkenâ, betonte LandrĂ€tin Eva Irrgang vor 150 GĂ€sten. Im Mittelpunkt der Feierstunde stĂŒnden in diesem Jahr die Erinnerung an den Mauerfall vor 30 Jahren und die Macht der GefĂŒhle damals, heute und in den vergangenen 100 Jahren. Die LandrĂ€tin verwies auf die Plakatausstellung âDie Macht der GefĂŒhle. Deutschland 1919 bis 2019â, die mit der Feierstunde eröffnet wurde und bis Ende Oktober im Kreishaus-Foyer zu sehen ist. Die PrĂ€sentation der Stiftung âErinnerung, Verantwortung und Zukunftâ sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 GefĂŒhlen zum Ausgangspunkt und zeigt deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf.
LandrĂ€tin Eva Irrgang begrĂŒĂte 150 GĂ€ste zur Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Foyer des Kreishauses.
Acht SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Oberstufe des dreijĂ€hrigen Bildungsgangs zum staatlich geprĂŒften Fremdsprachenassistenten hatten sich im Politikunterricht und in der Freizeit unter Anleitung von Oberstudienrat Dr. Markus Schröder, Fachvorsitzender fĂŒr Politik und Geschichte, auf Basis von vier Plakaten der Ausstellung mit der Wiedervereinigung beschĂ€ftigt. Beispielhaft griffen die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler die vier GefĂŒhle âTrauerâ, âHoffnungâ, âWutâ und âSolidaritĂ€tâ auf und verknĂŒpften sie mit den historischen Begebenheiten, stellten aber auch BezĂŒge zur heutigen Fridays-for-Future-Bewegung her. Ein fĂŒnftes Plakat gestalteten sie selbst, weil sie fanden, dass ein GefĂŒhl fehle, aber sehr wichtig sei: âRespektâ. So forderten sie âRespektâ fĂŒr die Demonstranten und die Akteure der friedlichen Revolution vor 30 Jahren ein, aber auch fĂŒr die jungen Klimaschutz-Aktivisten, die heute auf die StraĂe gehen. Es wirkten mit die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Emily Bödecker, Emely Krahn, Olivia Petri, Alina Sovar, Fabian Kersting, Ana Moreira und Lukas Schöber. An der Vorbereitung beteiligt war auch Rebecca Buchmann. Wegen eines Auslandspraktikums war sie verhindert.
Auch der IGCS-Vorsitzende Dirk PĂ€lmer, Oberst der Reserve, lieĂ die Geschichte der vergangenen hundert Jahre unter dem Aspekt der GefĂŒhle Revue passieren. Besonders erinnerte er in seinem GruĂwort aber an die Szene auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag am 30 .September 1989: âWas waren das fĂŒr GlĂŒcksgefĂŒhle, als der damalige AuĂenminister Genscher den wartenden DDR-BĂŒrgern mitteilte, dass ihre Ausreise möglich sei.â
Durch die Feierstunde fĂŒhrte Moderator FregattenkapitĂ€n der Reserve Jochen Siering. Den musikalischen Rahmen gestaltete einmal mehr das Salonorchester Arnsberg unter der Leitung von Hans Dörner.
Bilder: Thomas Weinstock/ Kreis Soest, Text: Kreis Soest
















