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Abschlussveranstaltung des Comenius-Regio-Projektes

Abschlussveranstaltung des Comenius-Regio-Projektes "Netzwerk zur Verbesserung und Professionalisierung von Betriebspraktika" zwischen den Regionen Soest und Toledo

Comenius ist das europĂ€ische Programm fĂŒr die schulische Bildung im Rahmen des Programms fĂŒr lebenslanges Lernen der EuropĂ€ischen Union, wobei die Regio-Projekte die europĂ€ische Zusammenarbeit auf regionaler und lokaler Ebene stĂ€rken sollen. Am Donnerstag, den 24. Mai 2012 fand in der Aula des HSBK eine Festveranstaltung zum feierlichen Abschluss des zweijĂ€hrigen Comenius-Regio-Projektes zwischen den Regionen Soest und Toledo, Spanien, statt. Hochrangige Vertreter aus Politik und Bildung stellten dabei sowohl die Vorteile und Notwendigkeiten europĂ€ischer Gemeinschaftsarbeit auf regionaler Ebene als auch den konkreten Nutzen und Erfolg der Zusammenarbeit zwischen den Regionen Soest und Toledo heraus.

Nach der BegrĂŒĂŸung der EhrengĂ€ste dankte der Schulleiter des HSBK, Herr OStD Thomas Busch, den Anwesenden fĂŒr die gute Zusammenarbeit und hob den konkreten Erfolg des Projektes hervor. Im Anschluss fasste der deutsche Projektleiter, Herr StD Rainer Linpinsel, die erfolgreiche Geschichte des Projektes zusammen und erinnerte an die geplanten Ziele, die zu Beginn gesetzt wurden und alle umgesetzt werden konnten: Von der Erstellung einer Handreichung fĂŒr zukĂŒnftige Praktikanten ĂŒber den Aufbau eines Netzwerkes beider Regionen bis hin zur Schaffung einer Dienstleistungsstelle zur Vermittlung von Praktika wurden messbare Ergebnisse erzielt.

Eckhard Uhlenberg, VizeprĂ€sident des nordrhein-westfĂ€lischen Landtags, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Projektes fĂŒr den Zusammenhalt in Europa. Dabei hob er auch die Rolle der regionalen Politik und ihrer Parlamente heraus, die als Wiege der Demokratie in Europa oft nicht die notwendige Anerkennung bekĂ€men, obwohl sie die politische Grundlage von Projekten dieser Art bildeten und den BĂŒrgern auf konkrete Weise den Nutzen des europĂ€ischen Gemeinschaftsgedankens aufzeigen könnten.

Ebenfalls aus politischer Sicht aber mit regionalem Blick sah die LandrÀtin des Kreises Soest, Eva Irrgang, das Projekt. Im langfristigen Strategieziel des Kreises Soest den Wirtschaftsstandort Kreis Soest zu vernetzen und zu stÀrken, trage die Zusammenarbeit der Schulen und der Wirtschaft in der Form des Projektes einen guten Teil bei. Nachhaltigkeit könne aber nur durch die ProfessionalitÀt erreicht werden, die durch die Arbeit des Projektes erreicht werden sollte und beispielsweise in der Schaffung der Dienstleistungsstelle erfolgreich sichtbar werde.

Martiniano BlĂĄzquez HernĂĄndez, Leiter der Bezirksregierung in Toledo, dankte fĂŒr die freundliche Aufnahme der spanischen GĂ€ste durch Politik und Schule in angenehmer Umgebung. Er verwies auf die schwere Wirtschaftskrise in Spanien und einen hier wenig beachteten Aspekt: Es gibt in Spanien viele Hochschulabsolventen aber zuwenig Menschen mit abgeschlossener Ausbildung: Mediziner und Ingenieure gĂ€be es in Spanien genĂŒgend, aber Mechaniker und Kaufleute fehlten. Die deutsche duale Ausbildung und die Möglichkeit, AusbildungsplĂ€tze fĂŒr Spanier im Kreis Soest zu schaffen, seien deshalb auch geeignete Maßnahmen der KrisenbekĂ€mpfung, weil sie den Menschen in Spanien nachhaltig helfen wĂŒrden, so HernĂĄndez.

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Der Schulabteilungsdirektor der Bezirksregierung Arnsberg, Christian Salomon, griff den Aspekt der lĂ€nderĂŒbergreifenden Aus- und Weiterbildung auf. Er wies darauf hin, dass dieses Projekt das erste Comenius-Regio-Projekt im Regierungsbezirk Arnsberg sei. Ganz im Sinne Robert Schumans, des ersten Förderers eines europĂ€ischen Gemeinschaftsgedankens, werde durch das Projekt konkret in nachvollziehbaren Schritten an einem Zusammenwachsens Europas gearbeitet. Junge Menschen gingen zu selten in andere LĂ€nder, da die Unsicherheit zu groß sei: Wo gibt es Informationen, finanzielle UnterstĂŒtzung, einen Praktikumsplatz, eine Unterkunft oder UnterstĂŒtzung bei bĂŒrokratischen Fragen? Das Netzwerk, das durch dieses Projekt geschaffen wurde, könne viele der Ängste nehmen und die Hemmschwelle zu Auslandspraktika deutlich senken.

Als weiterer spanischer Gast sprach Manuel Cabañero Blanco, Leiter der Schulabteilung der Bezirksregierung in Toledo. Auch ihm sind beide Aspekte des Projektes wichtig: Zum einen ist die schnell gewachsene Freundschaft der beiden Regionen ein Anliegen, das weiterhin beachtet werde. Zum anderen solle die Dienstleistungsstelle zur Vermittlung von Praktika schnell eingefĂŒhrt werden. Jede Region habe ihre StĂ€rken und es sei wichtig, diese auszutauschen, um beiden Seiten einen Gewinn zu bringen. Das gelte auch fĂŒr das Schulsystem, das deshalb offener gestaltet werden solle: Fremdsprachenunterricht, MobilitĂ€t und Praktika mĂŒssen gefördert werden, denn gerade in Krisenzeiten seien Weiterbildung und die Weiterorientierung der BĂŒrger notwendige Maßnahmen zur Entwicklung.

Der Festakt endete mit einer feierlichen Übergabe der Gastgeschenke, die die spanischen Freunde aus Toledo und Montalban daran erinnern sollen, dass sie in der Region Soest jederzeit willkommen sind. Alle Beteiligten machten deutlich, dass der Abschluss des Projektes mit Sicherheit nicht den Abschluss der Zusammenarbeit bedeutet.